Vertikalförderer mit 5 Etagen

Aufstellort
Lahnstein

Baujahr
2012

Fördergut
Europaletten, Industriepaletten, Chemiepaletten, Kundenspezifische Container

Aufgabenstellung
Die Anlagensteuerung transportiert die Fördergüter von jeder der 6 Etagen zu einer anderen und stellt sie in den jeweiligen Etagen bereit oder puffert sie.

Leistung
30 Fördergüter/Std.

Module
Vertikalförderer 22m hoch, Querverschiebewagen im Fahrkorb, zwei Rollenbahnen je Etage

Besonderheiten
Vertikalförderer über 6 Etagen, Montage über Dach in einem Ele

Projektbeschreibung

Clariant ist ein weltweit führendes Unternehmen der Spezialchemie mit Hauptsitz in Muttenz bei Basel. Der Konzern ist weltweit mit mehr als 100 Konzerngesellschaften vertreten. Ende 2011 beschäftigte das Unternehmen weltweit 22.149 Mitarbeitende und erzielte einen Umsatz von rund 7,4 Milliarden CHF.

Clariant konzentriert sich darauf, Mehrwert durch Investitionen in profitables und nachhaltiges Wachstum zu schaffen. Die Unternehmensstrategie beruht auf vier Säulen: Verbesserung der Profitabilität, Innovation sowie Forschung und Entwicklung, dynamisches Wachstum in aufstrebenden Märkten und Optimierung des Portfolios durch ergänzende Akquisitionen oder Veräußerungen.

Die Fertigungsstätte grenzt einerseits direkt an die Lahn, auf der gegenüber liegenden Seite an eine Landstraße. Durch den schlanken Grundstückszuschnitt und aufgrund der Fertigungserfordernisse wurde vor Jahrzehnten die Produktion in sechs Etagen angelegt. Der interne Materialfluss wurde weitgehend mit Gabelstaplern vollzogen, die vertikalen Prozesse mit Lastenaufzügen. Sowohl der wachsende Stapler-Verkehr mit den damit verbundenen Gefahren, die hohen manuellen Transportzeiten über die Aufzüge wie auch der „in die Jahre gekommen“ Aufzug selber mit seinem stetig steigenden Wartungsaufwand waren für die Entscheider bei Clariant Grund genug bessere Lösungen zu suchen und kurzfristig umzusetzen. Auch für Transport-Mitarbeiter war der Leidensdruck hoch, da es sich um einen Lastenaufzug ohne Personenbeförderung handelte und jeder Transport mit reichlich Treppenbegehungen verbunden war.

Die HaRo Anlagen- und Fördertechnik GmbH aus  Rüthen wurde im Nov. 2011 zur Einschätzung der Möglichkeiten zur Implementierung einer modernden Fördertechnik mit Vertikalförderer im alten Aufzugsschacht eingeladen. Von Anfang an ging es dabei um einen schnellen Einbau der Fördertechnik-Anlage. „Jeder Tag, den der alter Aufzug nicht mehr und die neue Anlage noch nicht arbeitet, ist einer zuviel. Am Besten Sie machen das über Nacht“, machte der Projektleiter Marco Lenz schon bei dem ersten Gespräch deutlich. HaRo® wurde mit der Detailplanung beauftragt. Es folgten intensive Gespräche über verschiedene Alternativen und mit allen Konsequenzen, Durchführbarkeiten und Abfolgen der Bauarbeiten. Hierbei waren auch Eingriffe in der Gebäudestatik erforderlich um die neuen Anforderungen abzudecken. Es sollte nicht nur ein Ersatz des alten Aufzuges geschaffen werden. Vielmehr konnten nun mit einem automatischen Vertikalförderer auch die Horizontal-Transporte auf den sechs Etagen integrativ überdacht werden.

Die Basisdaten, das A und O

Zu Beginn eines jeden Fördertechnik-Projektes steht die Analyse der Basisdaten. Dazu gehört neben den Leistungsdaten die Beschaffenheit der Fördergüter, in diesem Fall die zu transportierenden Stahlboxen. Diese stellten aufgrund der kleinen Aufstandsfläche weitere Anforderungen, die nicht einfach zu bewältigen waren. Nach vielen internen Überlegungen wurden verschiedene Tests durchgeführt mit veränderten Füßen. Die senkrechten Streben der Stahlboxen wurden mit Stahlplatten derart ausgestattet und versteift, dass diese über Rollenbahnen transportiert werden können. Außerdem bleiben sie stapelfähig und passen so auch noch immer in die Einrichtungen an den Befüllmaschinen. Die Behälter bleiben im Hause Clariant, so dass der Aufwand überschaubar blieb und im Verhältnis zu anderen Fördereinrichtungen gering ausfiel.

Die geforderte Leistung beträgt durchschnittlich minimal 10 Fördergüter pro Stunde und maximal 30 Fördergüter pro Stunde. Die Anlagensteuerung hat die Aufgabe die Fördegüter (Euro-Paletten, Industriepaletten, Kundenspezifische Container) von jeder der 6 Etagen zu jeder anderen der 6 Etagen zu transportieren und in den jeweiligen Etagen bereitzustellen oder zu puffern. Jede Etage hat zwei Rollenbahnstrecken nebeneinander angeordnet.

Montage

Die Montage begann Anfang Dezember 2012. Der 22 Meter hohe Vertikalförderer wurde bei HaRo auf einem Sondertransporter verladen und mit einem Begleitfahrzeug von Rüthen bis in das 280 km entfernte Lahnstein transportiert. Das HaRo-Montageteam war bereits vor Ort und hat sich um die Vorarbeiten gekümmert. Um den Vertikalförderer an seine Stelle zu setzen musste bauseitig durch die Firma Clariant das Dach geöffnet und der alte Lastenaufzug demontiert werden.

Durch einen Autokran wurde der riesige Vertikalfördere durch die Dachöffnung in das Gebäude eingesetzt. Stück für Stück verschwand er im Gebäude. Das ganze spielte sich an einem Tag ab. Wenn der Vertikalförderer in Einzelstücken montiert worden wäre, hätte die Montage mindestens 2 Wochen Zeit in Anspruch genommen. Der Turm hätte nach und nach im Schacht aufgerichtet werden müssen. Die Montage war für HaRo so sehr einfach und schnell umsetzbar.

Simulation & Leistungstest

Die Firma Clariant hat für das Budget 2012 eine große Investitionssumme von 500T€ für die Automatisierung der Fertigung geplant. Erste Gedanken wie die Umsetzung aussehen könnte wurden im Herbst 2011 gemacht. Die Projektmitarbeiter sind auf HaRo zugekommen und haben erklärt wie sie es sich vorstellen.

In ersten Gesprächen wurden die wichtigsten Angaben wie Fördegut, Leistung und Umfang erfragt. Um sich ein besseres Bild machen zu können, ist der HaRo-Außendienst vor Ort gewesen und hat sich ein Bild von der Gegebenheit und dem IST-Zustand gemacht. Es wurde genau besprochen welches Fördegut wie schnell an den gewünschten Ort muss. Recht schnell stellte HaRo fest, dass es sich hier um einen über 22 Meter hohen Vertikalförderer handelt. Aufgrund des engen Zeitplanes wurde der Vertikalförderer im Ganzen gebaut. Um diesen einzusetzen musste das Dach geöffnet werden. So einen großen Lastenaufzug baut HaRo nicht jeden Tag, dieses Projekt war sowohl für den Kunden als auch für HaRo sehr spannend. Bei der Einweihung war die Firma HaRo herzlich eingeladen.

 

Clariant wächst weiter! Auf diesen kurzen Nenner setzten die Verantwortlichen eine Investitionsentscheidung mit Tragweite. Auf jeder Etage soll ein vollautomatischer Bahnhof mit Ein- und Auslauf-Rollenbändern entstehen. Das hat gleich mehrere bedeutende Vorteile. Die Transporte hin zu einer anderen Etage war bislang mit hohem manuellen Aufwand verbunden: Aufzug anfordern (warten), Türen öffnen, Paletten mit Stapler in den Aufzug stellen, Türen schließen, Zielwahl eintippen und Hubbewegung starten. Im besten Fall wurde nun ein anderer Mitarbeiter im Zielstockwerk angerufen und die ankommende Ware wurde avisiert. Dieser musste nun die gleichen Schritte in umgekehrter Reihenfolge ausführen. Im schlechtesten Fall musste der Mitarbeiter selbst die Treppen rauf oder runter steigen und die Arbeiten dort selbst vornehmen. Bei gleichzeitiger Anforderung an anderen Stellen verlängerten sich die Wartezeiten auf den Aufzug entsprechend.

 

 

Mit der neuen Anlage setzt der Staplerfahrer die Boxen direkt auf die Pufferrollenbahn vor dem Aufzug ab und gibt per Funksignal von einem kleinen Handsender die Zieletage an. Das war alles. Jetzt wird programmgesteuert der Vertikalförderer gestartet und befördert vollkommen ohne weitere Mitarbeiter-Eingriffe das Fördergut in die gewünschte Etage, bringt  sie auf die dortige Pufferrollenbahn und steht sofort wieder für anderer Hubaufgaben zur Verfügung. Es können beliebig viele Hubaufträge zeitgleich gestartet werden. Sie werden nach der Reihenfolge der Eingaben abgearbeitet.

In der Zieletage werden die Boxen nach Bedarf und Verbrauch von den Rollenbahnen abgenommen. Diese dienen also auch hier wie bei der Startaufgabe als FiFo-Puffer (first-in-first-out-Prinzip = was zuerst aufgegeben wurde kommt als erstes am Ziel an).

 

Fazit

Bei der Übergabefeier am 17.01.2013 der neuen Fördertechnikanlage wurde HaRo eingeladen. Geschäftsführer der HaRo Gruppe Christoph Hackländer berichtete über das Projekt. Es folgte eine Woche später ein erstes Projektanalysegespräch. Hier wurden schon die wichtigsten Eckwerte festgelegt, denn es gab nicht viel Alternativ-Potential, es war klar, dass der in die Jahre gekommene Lastenaufzug ausgetauscht werden musste. Die Nachteile einer solchen Einrichtung lagen vorrangig in den hohen Handling- und Wartezeiten bei der Be- und Entladung der Fahrkabine.

Es brauchte auch nicht viel Überzeugungsarbeit, um die Vorteile einer automatisierten und modernen Ersatz-Ausführung für einen Lastenaufzug, nämlich die Verbindung eines Vertikalförderers mit horizontalen Förder- und Pufferstrecken zu verdeutlichen. Erst durch diese Kombination konnten die Rationalisierungsreserven voll ausgeschöpft werden. Das erkannten die Projektverantwortlichen von Anfang an, so dass wir gezielt an den Ausführungsdetails arbeiten konnten. Es schlossen sich Clariant-interne Beratungsgespräche an und es verfestigte sich die Meinung, die Investition mit Firma HaRo durchführen zu wollen.
Daraus wurde Anfang Februar 2012 ein Planungsauftrag erteilt.
Im April entschied sich die Geschäftsleitung von Clariant positiv die Durchführung des Projektes durchzuführen.
Im Mai wurden die letzten Details festgelegt und im Juni erfolgte ein weiterer Besuch in Rüthen um sich in einem Test den Lauf einer Originalbox mit extrem kleinen Füßen anzuschauen.
Ende Juni folgten intensive kaufmännische Verhandlungen und am 4.7.12 wurde der Auftrag in einer umfangreichen letzten Projektbesprechung an HaRo erteilt.

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