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Förderanlage zur Leerkasten-Sortierung in Bad Fredeburg

Die Firma JRS Johanna Redmer Sortiersysteme ist ein Dienstleister der Getränke-Industrie der die Sortierung von Getränkekästen nach Herstellertypen vornimmt. Die HaRo-Gruppe, als Spezialist für fördertechnische Anlagen, wurde mit der Optimierung der internen Abläufe beauftragt. Die Anlage wurde für verschiedene Paletten-Typen konstruiert.
   
Im Außenbereich werden Paletten mit unsortierten und sortierten Getränkekästen angeliefert. Die Kästen sind, fünffach übereinander, auf der Palette gestapelt. Die Aufgabe auf die Rollenbahn erfolgt mit einem Gabelstapler. Zum Schutz der Rollenbahnen ist, als separates Bauteil, um die Aufgabe ein Rammbock installiert. Die zwei 6,30 m langen Gefällerollenbahnen sind in unterschiedlicher Breite ausgeführt worden, da die Anlieferung auf Euro-Paletten (1.200 x 800 mm) bzw. Getränke-Paletten (1.100 x 1.100 mm) erfolgt.
   
Durch ein automatisches Tor gelangen die Paletten mit den Getränkekästen in die Halle. Die Kästen werden auf insgesamt 13 verschiedenen Rollenbahnen durch die Mitarbeiter sortenrein abgestapelt. Dabei wird unterschieden zwischen Bahnen für „sortenreines Fördergut“ und den Mehrfachstrecken. Die Anordnung der Rollenbahnen sind so gewählt worden, dass durch einen Mitarbeiter alle Strecken bedient werden können.
 
Die 9 Rollenbahnen (Gefällerollenbahnen), von 11 Meter Länge, in diesem Block sind „reine“ Strecken. Auf jeder dieser Strecken befindet sich immer nur ein Typ von Leergutbehältern (5 Stück übereinander).
   
An der Abnahmestelle werden die Kästenstapel von Hand direkt auf eine Palette gezogen. Der am Ende der Rollenbahn angebrachte Stopper wird manuell entnommen. Die Strecken sind hauptsächlich für Bierkästen geplant.
   
Die vier Förderstrecken für unsortierte Getränkekästen sind so angeordnet, dass die Kästen einzeln auf die Bahnen gegeben werden. Auf die beiden unteren Bahnen können zwei gleiche Kästen übereinander aufgegeben werden.
   
An den Abnahmestellen befinden sich die typenreinen Paletten. Auf diesen werden dann die Kästen aufgestapelt. Wegen der teilweise unebenen Unterseite solcher Wasserflaschen--Kästen, wurde überall eine enge Rollenteilung gewählt, damit diese Kästen laufen können.
   
Die drei Bereiche der Förderanlage übernehmen unterschiedliche Aufgaben:
  1. Palettenrollenbahnen – Transport von Paletten von außerhalb der Halle nach innen;
  2. typenreine Kastenbahnen – Transport von immer gleichen Kästen, 5-fach übereinander, auf den jeweiligen Strecken
  3. Mehrtypenbahnen – Transport von verschiedensten Kästen an bestimmte, vorher festgelegte, Abnahmeplätze.

 



Die Fördertechnik führt zu einer körperlichen Entlastung der Mitarbeiter und schafft weitere Vorteile.

  • Übersichtlichkeit
    Der zwangsmäßige Ablauf schafft klare ordnungsmäßige Vorgaben, die nicht unterbrochen werden können. Die typenreinen Paletten stehen immer an den gleichen Plätzen und können so durch die Mitarbeiter schnell und einfach erkannt und übersichtlich disponiert werden.
  • Zusätzliche Stellflächen und Platz in der Halle
    Der Transport zu den Abnahmestellen durch Rollenbahnen erfordert nur eine Gangbreite von ca. einem halben Meter.
  • Pufferung der Kästen
    Typenreine bzw. vorsortierte Pufferung der Kästen auf geringstem Raum, fließend und automatisch nachrückend.
  • Hohe Dynamik
    Bei geringen Umschlagszahlen wird der Mitarbeiter die Paletten abstapeln, nach dieser Arbeit zur Abnahmestelle gehen und dort die Palette wieder typenrein palettieren. Das kann von einem Mitarbeiter erledigt werden. Wird in Hochsaisonzeiten ein Mehrfaches an Durchfluss erforderlich, können an der Anlage gleichzeitig 6 bis 8 Mitarbeiter arbeiten und das 10 bis 15-fache an Durchsatz erzielen.

Die angetriebene Anlage transportiert bei maximaler Auslastung ca. 2.500 Kästen pro Stunde. Unter Ausnutzung des Gefälles wurden in dieser Anlage nur dort Antriebe verwendet, wo dies unumgänglich ist. Die angetriebenen Strecken befördern die Kästen teilweise auch mit Steigung, um für das nachfolgende Gefälle noch mehr Höhe zu erreichen.


Zum Einsatz kommen unterschiedliche Tragrollentypen:

  • Kunststoff-Tragrolle mit sehr leichten Laufeigenschaften, um bei Gefällestrecken mit wenig vorhandenem Gefälle auch die gewünschten Zielstellen zu erreichen.
  • An der hinteren Strecke befindet sich auf Grund der Geometrie der Höhen, zuviel Gefälle. Daher wurden hier Stahlrollen eingesetzt, die mehr tragen aber auch von der Eigenmasse mehr Hemmwirkung erzielen und dadurch eine bremsende Wirkung auf den Lauf der Kästen ausüben. Es wurde ein System gewählt, was nachträglich durch Antriebseinheiten nachgerüstet werden kann.

Sollte der Durchsatz steigen, so sind Änderungen der Anlage durch die Modulbauweise der einzelnen Elemente schnell und einfach möglich.